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Die Meniskusoperation

Im Kniegelenk gibt es sowohl einen Innen- (medial), wie einen Aussenmeniskus (lateral) welche sich als Stossdämpfer zwischen Ober- und Unterschenkelknochen befinden. Dabei handelt es sich um eine knorpelige Struktur (Kollagenfasern), welche für die Druckverteilung im Kniegelenk wichtig ist. Da der Meniskus sehr hohen Belastungen ausgesetzt ist, entstehen häufig Quer- oder Längsrisse, wobei der innere Meniskus (medial) häufiger betroffen ist. Verletzungen einerseits (Sportarten wie Fussball, Handball, Skifahren, Turnern, usw.) sowie normale Abnützung andererseits (degenerativ) sind die Ursache für solche Rissbildungen. Die Menisken wie die Knorpeloberflächen eines Gelenkes unterliegen im Laufe der Zeit der normalen Abnützung, ähnlich eines Dichtungsringes.

Das derzeitige Standardverfahren zur Behandlung von Meniskusrissen, ist die arthroskopische, teilweise Meniskusentfernung (Schlüssellochoperation).

Nur in seltenen Fällen ist eine Meniskusnaht möglich (häufig nur bei jungen Patienten). Diese Operation ist gut geeignet um durch eine Teilentfernung des gerissenen Meniskusgewebes (bei Knieblockaden) wieder eine schmerzfreie Funktion des Gelenkes zu erlangen. Eine Arthrose kann damit aber nicht behandelt werden, ebenso wenig eine sogenannte Bakerzyste in der Kniekehle. Die Operation dauert 10 – 15 Minuten und wird ambulant durchgeführt (Tagesklinik). Dabei werden durch zwei kleine Einstichstellen einerseits eine Optik, andererseits Arbeitsinstrumente von vorne ins Kniegelenk eingeführt. Damit können die gerissenen Anteile des Meniskus präzise unter Sicht auf einem Monitor ausgeschnitten und entfernt werden. Die zwei kleinen Einstichstellen werden danach mit einem selbstauflösenden Faden vernäht, eine sofortige volle Belastung ist möglich, unter Umständen macht es aber Sinn, das Kniegelenk über 4-6 Tage mittels Gehstöcken zu entlasten. In den meisten Fällen ist eine Arbeitsfähigkeiten nach 6-8 Tagen wieder möglich. Eine Physiotherapie ist in einzelnen Fällen danach sinnvoll.

Der Verlauf nach der Operation sowie die Dauer der Schmerzen hängen wesentlich vom Vorzustand des Kniegelenkes ab. Ein vorher geschwollenes Kniegelenk bleibt auch nachher wegen des postoperativen Entzündungsprozesses für längere Zeit noch geschwollen, 3-6 Monate. Ein geringgradiger Kniegelenkserguss kann durch den Körper selber wieder abgebaut werden. Nur bei einer vollständigen Meniskusentfernung droht eine relativ rasche Entwicklung einer Arthrose (5-10 Jahre).

Das vordere Kreuzband

Aufbau des Kniegelenkes

Das Kniegelenk ist ein komplex aufgebautes Scharniergelenk. Aufgrund des Bewegungsausmasses und der enormen Belastungen ist es stark verletzungsgefährdet. Es erlaubt Streck,- Beuge- und Drehbewegungen. Seiten- und Kreuzbänder sowie der Aussen- und Innenmeniskus gewährleisten eine gute Stabilität zusammen mit einem kräftigen Muskelapparat. Die Gelenkfläche ist, wie bei jedem Gelenk, durch eine Knorpelschicht überzogen, was ein praktisch reibungsfreies Gleiten ermöglicht.

Bei kurzzeitig hohen Kraftbeanspruchungen des Kniegelenkes, zum Beispiel bei einem Verdreh- und Überstreck-Trauma des Kniegelenkes (Kontaktsportarten, Skifahren), kann das vordere Kreuzband reissen. Bei Erwachsenen reisst das Band meist im Bandverlauf auseinander, bei Kindern kommt es häufiger zu knöchernen Ausrissen. Nicht selten finden sich Begleitverletzungen von Menisken und Knorpelschäden.

Häufig wird der Unfallmechanismus durch einen hörbaren Knall begleitet und es bildet sich ein grosser Kniegelenkserguss, der in den Tagen darauf zurückgeht. Ein anfänglich intensiver Schmerz wird ebenfalls relativ schnell zurückgehen. In der Folge kann sich ein deutliches Instabilitätsgefühl ergeben.

Die klinische Untersuchung durch den Facharzt sowie allenfalls eine MRI-Untersuchung wird die Diagnose bestätigen.

Operation versus konservatives Vorgehen

Die Entscheidung, ob ein Kniegelenk mit einem Kreuzbandriss operiert werden muss, hängt von vielen Faktoren ab, insbesondere vom Alter des Patienten und von den funktionellen Ansprüchen an das Kniegelenk.

Bei sehr sportlichen Patienten (Handball, Skifahren, Fussball usw.) wird bei einer merkbaren Knieinstabilität eine Kreuzbandoperation praktisch unumgänglich, damit die sportliche Betätigung wieder aufgenommen werden kann. Dabei ist das Ausmass der Instabilität entscheidend. Bei permanenter Instabilität können Langzeitschädigungen des Knorpels und des Meniskus zu einer vorzeitigen Arthrose führen, weshalb man sich oft zu einer Operation entschliesst. In der Regel kann ein Kreuzband direkt nach einem Unfall oder auch nach 2 bis 3 Monaten nach einer ersten Rehabilitationsphase operiert werden. Auf den Langzeitverlauf hat dies keinen Einfluss.

Operation

Die Operation wird arthroskopisch durchgeführt, wobei körpereigene Sehnen als Transplantat verwendet werden. Am häufigsten wird das mittlere Drittel der Kniescheibensehne mit Knochenblöcken oder Beugesehnen (Semitendinosus Gracilis) dazu verwendet. Die Fixation erfolgt meist mit Polylactatstiften und Schrauben, die sich nach mehreren Monaten auflösen werden. Das Nähen des zerrissenen Bandes ist leider nicht möglich.

Während der Operation können auch Begleitverletzungen am Meniskus und am Knorpel behoben werden.

Dr. med. Martin Bühler

FMH orthopädische Chirurgie
und Traumatologie

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